Die Vorarbeiten
Priester Bernhard Wiesel aus Halle (Saale) berichtete 1896 Herrn Gustav Brode vom neuen apostolischen Glauben. Herr Brode hatte eine leibliche Schwester, welche in Landsberg wohnte. Diese konnte 1898 versiegelt werden, der Grundstein für eine zukünftige Gemeinde Landsberg war somit gelegt.
Bezirksältester Weber beauftragte 1925 den Diakon Karl Kurzhals sen. damit, Evangelisations-Gottesdienste in Landsberg zu halten. Dazu wurde ein Zimmer in der Gaststätte „Ratskeller“ angemietet, zur Einladung wurden Informationszettel im Ort verteilt. Nachdem die Gottesdienste angelaufen waren, blockierten immer wieder Tanzveranstaltungen den Raum. Aus diesem Grund wurde ein anderer Raum in der Gaststätte „Goldener Löwe“ angemietet. Das aber war das Zimmer der Pfeifenraucher, hier stellten sich die gleichen Schwierigkeiten wie im „Ratskeller“ ein. Dazu kam noch, dass die Besucher an der Theke vorbei mussten, wo viele gleich stehen geblieben sind.
1931 stellte Glaubensbruder Karl Uebe in seinem Haus zwei Zimmer für Gottesdienste zur Verfügung.
Der Anfang
1933 wurden Karl Uebe und Walter Parade zu Unterdiakonen ordiniert. Sie waren somit die ersten Amtsträger für Landsberg. Bezirksapostel Landgraf führte die Handlung in der Gemeinde Halle-Süd durch. Zu dieser Zeit wurden nicht nur Gottesdienste am Sonntag, sondern auch Mittwoch abends und für Kinder eingeführt. Die stark gewordene Kinderschar war dadurch ebenfalls gut versorgt. Die Amtsbrüder aus der Gemeinde Halle (Saale) kamen zu jedem Gottesdienst und betreuten die Geschwister in Landsberg mit voller Hingabe. Eifrige Sänger unterstützten sie dabei.
Am 06.Oktober 1937 konnte eine Malerwerkstatt mit Grundstück in der Leipziger Straße 47 für 2500 Reichsmark gekauft werden. Nach dem sofortigen Umbau wurde das nun kircheneigene Kirchenlokal bezogen und bis zum heutigen Tag genutzt.
Erster Vorsteher der Gemeinde Landsberg wurde im Jahr 1931 der spätere Bezirksevangelist Karl Diehm aus Halle. In den Jahren 1940 bis 1949 diente Gemeindeältester Alexander Pelka aus Halle als Vorsteher der Gemeinde. Am 06. November 1949 wurde der spätere Evangelist Helmut Parade als Vorsteher beauftragt. Nach seinem Heimgang erhielt sein Sohn, Dieter Parade, 1981 diesen Auftrag.
Der Umbau
Im April 1984 erhielt die Kirchenverwaltung die Baugenehmigung für den Umbau des alten Kirchengebäudes in Landsberg. Zunächst in Eigenleistung, ab 1986 unter Einsatz von zwei hauptamtlichen Bauhandwerkern der Kirchenleitung, wurde hier ein modernes Kirchengebäude geschaffen und das Grundstück neu gestaltet.
Ab dem Jahr 1988 wurde die Nachbargemeinde Zörbig von Landsberg aus betreut, ab 1989 auch die Gemeinde Braschwitz. Beide Kirchenräume wurden bald darauf aufgegeben und die Geschwister in der Gemeinde Landsberg liebevoll aufgenommen. In diese Zeit fällt auch eine umfangreiche seelsorgerische Betreuung in den Wohnheimen deutsch-russischer Umsiedler in Hohenthurm.
Leider wurde der Gemeindeleiter, Evangelist Dieter Parade, im Jahr 1991 plötzlich in die Ewigkeit abberufen. Als neuer Vorsteher wurde Priester Henry Große beauftragt.
Aktives Gemeindeleben
Ein Höhepunkt im Gemeindeleben war der Jugendtag auf der Felsenbühne Landsberg mit Bischof Rolf Wosnitzka im Jahr 1995.
Von den in Hohenthurm betreuten Umsiedlern wurden im Jahr 1996 einige versiegelt und somit Mitglieder der Neuapostolischen Kirche. Die Seelsorge galt in diesen Jahren in den Asylbewohnerheimen auch afrikanischen Gästen.
Die Jugend hat die großartigen Möglichkeiten, die Stadt und Sportzentrum des Gymnasiums Landsberg bieten, für sich entdeckt. So fanden 1998 das 4. Jugendspotfest der Bezirke Gera, Halle und Leipzig sowie die zentrale Jugendweihnachtsfeier des Bezirkes hier statt.
Der Vorsteher, Priester Henry Große, musste im Jahr 2000 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand wechseln und verzog mit seiner Familie. Priester Ekkehard Stangwald wurde als neuer Vorsteher beauftragt.
Nach umfangreicher Sanierung konnte am 19. November 2003 das Kirchenlokal wieder genutzt werden. Die Geschwister besuchten in der Zwischenzeit die Gottesdienste in der Nachbar-gemeinde Brehna.
Bischof Thomas Matthes feierte mit der Gemeinde am 08. Juni 2008 das 75-jährige Bestehen.
In der Gemeinde dienen zurzeit neben dem Vorsteher noch ein Priester und ein Diakon.
Gemeindevorsteher
1931 – 1940 Bezirksevangelist Karl Diehm
1940 – 1949 Gemeindeältester Alexander Pelka
1949 – 1981 Evangelist Helmut Parade
1981 – 1991 Evangelist Dieter Parade
1991 – 2000 Priester Henry Große
Seit 2000 Priester Ekkehard Stangwald